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Einblicke · Künstliche Intelligenz · Werkstattbericht

Vom Entwickler zum
Qualitätsmanager der KI.

Über 20 Jahre habe ich Software Zeile für Zeile selbst geschrieben. Heute schreibt die Künstliche Intelligenz den größten Teil, und meine wichtigste Aufgabe ist eine andere geworden: prüfen, absichern, verantworten. Ein Bericht über einen Beruf im Wandel, mit den Zahlen, die zeigen, dass das keine Anekdote ist.

21. Juni 2026 · Aktualisiert 7. August 2026 · Lesezeit 7 Minuten · Mike Krister

01 · Der Befund

Der Wandel ist nicht nur meiner


Als ich vor über 20 Jahren mit der Webentwicklung anfing, gab es keine Abkürzungen. Jede Funktion, jede Seite, jede kleine Logik dahinter habe ich selbst geschrieben und oft genug nachts wieder auseinandergenommen, weil ein einziges Detail nicht stimmte. Heute beschreibe ich der Künstlichen Intelligenz, was ich brauche, und sie liefert in Minuten einen Entwurf, für den ich früher Stunden gebraucht hätte.

Das klingt nach einer persönlichen Anekdote. Tatsächlich ist es eine Verschiebung, die durch die ganze Branche geht, und sie ist messbar.

Anteil des Codes bei Microsoft und Google, der mit KI entsteht Nadella / Pichai 2025
~ 30 %
Unternehmens­entwickler, die bis 2028 KI-Assistenten einsetzen werden Gartner
75 %
Entwickler, die KI heute bei der Arbeit nutzen DORA 2025
90 %

Hinter der ersten Zahl stehen zwei Aussagen aus dem Jahr 2025: Satya Nadella nannte für Microsoft 20 bis 30 Prozent, Sundar Pichai für Google über 30 Prozent. Bei den Gartner-Zahlen ist der Sprung das Bemerkenswerte, Anfang 2023 lagen sie noch unter 10 Prozent. Und die 90 Prozent Nutzung aus dem DORA-Report haben eine zweite Seite: Rund 30 Prozent der Entwickler vertrauen dem erzeugten Code wenig bis gar nicht.

Wenn die Maschine das Schreiben übernimmt, verschiebt sich der Beruf: weg vom Tippen, hin zum Steuern, Entscheiden und Prüfen. Die Marktforscher von Gartner beschreiben genau das und erwarten, dass Entwickler schon bald mehr Zeit mit Architektur und Orchestrierung verbringen als mit dem Schreiben von Code. Aus dem, der jede Zeile selbst setzt, wird der, der die Richtung vorgibt und für das Ergebnis geradesteht. Ich erlebe diesen Wandel nicht als Prognose. Ich erlebe ihn jeden Tag.

02 · Der Haken

„Fast richtig" ist nicht richtig


Hier liegt der entscheidende Punkt: Die KI liefert einen Entwurf, kein fertiges Produkt. Was sie schreibt, wirkt plausibel und auf den ersten Blick fertig. Aber plausibel ist nicht dasselbe wie korrekt. Die KI kennt Ihr Geschäft nicht, sie kennt die Tücken Ihrer Branche nicht, und sie merkt nicht, wenn etwas zwar läuft, aber unsicher ist.

Genau das macht das Prüfen schwerer, nicht leichter. Der Fehler versteckt sich hinter einer sauberen Oberfläche. Was man früher schon beim Schreiben bemerkte, muss heute aktiv gesucht werden. Diese Suche ist keine Nacharbeit. Sie ist die eigentliche Arbeit.

Die Entwickler selbst trauen dem Code nicht blind.

Im Stack-Overflow-Entwicklerreport 2025 (anderer Teilnehmerkreis als bei DORA, dieselbe Richtung) nutzen 84 Prozent KI, aber nur rund ein Drittel vertraut ihren Ergebnissen, und mehr Entwickler misstrauen der Genauigkeit, als ihr vertrauen. Der meistgenannte Frust: Lösungen, die „fast richtig, aber nicht ganz" sind (66 Prozent), gefolgt vom Aufwand, genau solchen Code zu prüfen und zu korrigieren (45 Prozent). Am skeptischsten sind die erfahrenen Entwickler, also die, die für das Ergebnis haften.

Damit verschiebt sich der Engpass. Früher war das Schreiben der langsamste Schritt, heute ist es das Prüfen. Eine Auswertung des Analysehauses Faros AI über mehr als 10.000 Entwickler zeigt die Richtung: Das Volumen der Code-Änderungen stieg um 98 Prozent, die Zeit fürs Review um 91 Prozent. Warum schnelle Entwürfe trügen, habe ich im Artikel zur 10/90-Regel beschrieben.

Schneller fühlt sich nicht gleich schneller an.

Das Forschungsinstitut METR begleitete 2025 erfahrene Entwickler bei echter Projektarbeit mit KI-Werkzeugen. Sie erwarteten, rund 24 Prozent schneller zu sein, und fühlten sich auch schneller. Gemessen brauchten sie etwa 19 Prozent länger. Prüfen, Aufräumen und Korrigieren fraßen den gefühlten Vorsprung auf. Wer auf Qualität setzt, rechnet mit der gemessenen Zeit, nicht mit dem Gefühl.

03 · Meine Arbeit heute

Meine neue Rolle: Qualitätsmanager der KI


Wenn die KI den ersten Entwurf schreibt, wird mein Urteil zur eigentlichen Wertschöpfung. Ich bin heute weniger der Handwerker am Code und mehr der, der über Qualität, Sicherheit und Richtung wacht.

Sechs Aufgaben sind geblieben und wichtiger geworden. Die erste ist das Lesen. Ich verstehe und hinterfrage jeden Entwurf, statt ihn abzunicken: Was plausibel aussieht, ist nicht automatisch richtig, und Erfahrung weiß, wo man genau hinschauen muss. Die zweite ist Sicherheit und Datenschutz. Die KI denkt nicht an Missbrauch und nicht an die DSGVO. Ich schon, und zwar beim Entwurf, nicht als nachträglicher Schalter.

Die dritte Aufgabe ist die Architektur. Welche Struktur trägt in fünf Jahren noch? Diese Entscheidung trifft kein Werkzeug für mich; ich gebe die Richtung vor, die KI füllt sie aus. Die vierte sind echte Tests. Hält es mit unordentlichen Kundendaten, auf dem alten Smartphone, im schwachen Netz? Ich teste gegen die Wirklichkeit, nicht gegen das saubere Beispiel.

Die fünfte Aufgabe lässt sich nicht delegieren: Wenn etwas schiefgeht, haftet kein Algorithmus. Es haftet ein Mensch. Die sechste zeigt sich erst Jahre später. Code, den niemand mehr versteht, ist eine Hypothek; ich sorge dafür, dass Ihre Software auch in drei Jahren noch nachvollziehbar und pflegbar bleibt.

Warum diese Prüfung kein Misstrauen ist, sondern Pflicht.

Eine Veracode-Untersuchung von 2025 ließ über 100 KI-Modelle Code schreiben: 45 Prozent der Ergebnisse enthielten Sicherheitslücken, und größere, neuere Modelle schnitten dabei nicht besser ab. Parallel zeigt die Langzeitauswertung von GitClear, dass sich kopierter Code stark vermehrt und sauberes Aufräumen (Refactoring) von rund 25 auf unter 10 Prozent der Änderungen gefallen ist. KI-Code läuft, aber er ist häufiger unsicher und schlechter wartbar. Beides sieht man ihm nicht an. Beides findet nur, wer gezielt danach sucht.

Mein Beruf hat sich verschoben, von der Hand am Code zum Urteil über das Ergebnis. Früher war die knappe Ressource die Zeit zum Schreiben, heute ist es das Urteilsvermögen, zu erkennen, was tragfähig ist und was nur so aussieht. Was sich nicht verschoben hat, ist die Verantwortung:

Vergleich: meine Rolle früher und heute
Aspekt Früher: ich schrieb Heute: ich verantworte
Code Jede Zeile selbst KI erstellt den Entwurf, ich prüfe und korrigiere
Wofür die Zeit draufgeht Tippen Prüfen, entscheiden, absichern
Das Wertvolle Geschwindigkeit beim Schreiben Urteil, was wirklich trägt
Fehler Fielen beim Schreiben auf Müssen aktiv gesucht werden
Verantwortung Bei mir Bei mir — daran ändert die KI nichts

Wie diese Verantwortung im Alltag aussieht, zeigt das nächste Kapitel: fünf Leitplanken, durch die jeder KI-Entwurf bei mir läuft.

04 · Mein Ablauf

Wie ich KI-Code prüfe


Prüfen heißt nicht, misstrauisch über jeder Zeile zu brüten. Es heißt, einen verlässlichen Ablauf zu haben, der die teuren Fehler früh findet, bevor sie in Ihre Software kommen. Aus über 20 Jahren Webentwicklung sind fünf Leitplanken geworden, die jeder KI-Entwurf bei mir durchläuft:

Gelesen, nicht überflogen
jede Zeile verstanden, nicht abgenickt
Gegen echte Daten getestet
unordentlich, auf echten Geräten
Sicherheit & DSGVO von Anfang an
eingebaut, kein Schalter am Ende
Architektur bleibt meine Entscheidung
Struktur vor Code: das Werkzeug folgt dem Plan
Ein Mensch haftet
am Ende steht mein Name darunter, nicht der des Werkzeugs

Warum ich an diesem Ablauf festhalte.

Nicht das schnellste Werkzeug entscheidet über die Qualität, sondern der klarste Ablauf. Ohne ihn beschleunigt die KI vor allem das Entstehen offener Enden. Was die am längsten laufende große Studienreihe der Branche dazu misst, steht in der 10/90-Regel; hier ist es schlicht Werkstattpraxis.

05 · Ihr Nutzen

Wofür Sie mich bezahlen


Die Künstliche Intelligenz senkt die Einstiegshürde: Auch wer das Handwerk nie gelernt hat, erzeugt heute in Stunden eine vorzeigbare Software. Genau deshalb wird der Unterschied wichtiger, nicht kleiner: Zwischen einer schnellen Vorführung und einer Software, der Sie Ihr Geschäft anvertrauen können, steht ein erfahrener Mensch, der die KI führt und ihr Ergebnis verantwortet.

Bei Dynamic Visual ist dieser Mensch nicht anonym. Er ist Ihr Ansprechpartner: einer, der Ihr Projekt kennt, für die Qualität geradesteht und nicht weiterreicht. Bezahlt wird dabei nicht die Menge der Zeilen, sondern die Entscheidung, welche davon tragen.

Ich nutze die KI mit voller Überzeugung. Aber ich vertraue ihr nicht blind — und genau dafür, für das Urteil und nicht für das Tippen, bezahlen Sie mich.

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Dann sprechen wir, bevor Sie anfangen. Sie bekommen das Tempo der KI, einen festen Ansprechpartner und einen Preis, der vorher feststeht.

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Quellen: Satya Nadella (Microsoft) zum KI-Anteil am eigenen Code, LlamaCon, April 2025 (TechCrunch, CNBC); Sundar Pichai (Google) zu „über 30 %" KI-generiertem Code, Quartalszahlen 2025. · Gartner, „75 % der Unternehmens­entwickler nutzen bis 2028 KI-Code-Assistenten" (Pressemitteilung, April 2024) und „Top Strategic Trends in Software Engineering 2025" zur Entwicklerrolle als Orchestrator. · Stack Overflow Developer Survey 2025 (84 % Nutzung, sinkendes Vertrauen, „almost right" 66 %, Debugging-Aufwand 45 %). · METR, „Measuring the Impact of Early-2025 AI on Experienced Open-Source Developer Productivity" (2025). · Veracode, „2025 GenAI Code Security Report" (45 % der KI-Codeproben mit Sicherheitslücken). · GitClear, „AI Copilot Code Quality" (2025). · Faros AI, Auswertung zu PR-Volumen und Review-Zeit (2025). · DORA / Google, „State of AI-assisted Software Development" (2025).